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Glykonährstoffe schützen und heilen
Guter Zucker - Böser Zucker Die Bedeutung essenzieller Zucker für unsere Gesundheit
Ließe man - über die Jahre - alle vergangenen Ausgaben von „Neue Wege zur Gesundheit“ Revue passieren,
dann gäbe es sicher kein Thema, das öfter behandelt worden ist als die gesundheitsschädlichen Wirkungen von Zucker. Seit, in Deutschland beispielsweise durch den verdienstvollen Dr. Bruker, in den USA durch die Bestseller -Diätbücher von Dr. Atkins, die Risiken und verheerenden Folgen des übermäßigen Zuckerkonsums in den „westlich“ orientierten Ländern ins Bewußtsein einer breiten Öffentlichkeit gerückt wurden, ist jedem halbwegs verständigen Verbraucher klar, dass Zucker „böse“ und zu meiden ist.(Genützt hat die Aufklärung freilich wenig:) Die Prognosen über den epidemieartigen Anstieg der Diabetes-Erkrankung weltweit, damals belächelt, sind inzwischen Wirklichkeit geworden. Durch exzessiven Zuckerkonsum übergewichtige bis adipöse Kinder und Jugendliche sind in allen Bevölkerungen mit unserem modernen Lebensstil zu einem äußerst drängenden gesellschaftlichen Problem geworden. Zucker, die heilen? Vor sechs Jahren erschien in den USA ein Buch mit dem Titel: „Sugars that heal.“ (Zucker, die heilen) Die Autoren, E. I. Mondoa und M. Kitei, hatten akribisch zusammengetragen, was vorher - und fast ausschließlich erst seit Mitte der 90er Jahre - in Fachzeitschriften über den Einfluss bestimmer Zuckerverbindungen auf unsere Gesundheit erforscht worden war. Dies war nun ein ganz neues Segment der Nährstoffforschung und die Ergebnisse, die Mondoa und Kitei einer breiten Laien-Öffentlichkeit präsentierten, können noch immer mit Fug und Recht als unerwartet und sensationell bezeichnet werden. Mondoa und Kitei behaupteten - und hatten dafür überzeugende Belege zu bieten - , dass bestimmte Zucker, insbesondere die acht sogenannten „essenziellen“ Zucker, nicht nur wertvollen allgemeinen Gesundheitsschutz bieten, sondern auch bedeutende Helfer bei der Abwehr von spezifischen Gesundheitsstörungen und -Risiken sind. Diese Zuckerverbindungen, so die Autoren, leisten nicht nur einen unverzichtbaren Beitrag zur Stärkung unseres körpereigenen Immunsystems. Sie helfen bei so verschiedenen Gesundheitsstörungen wie degenerativen Gelenkerkrankungen, bekämpfen wirksam die Attacken von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten. Ob es um vorzeitige Alterserscheinungen und Stress bei den Erwachsenen oder Hyperaktivität bei den Kindern geht, um Hauterkrankungen oder Diabetes oder auch um die nach wie vor ungelösten Probleme geht, die die Medizin bei der Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs hat: für dieses ganze, weit reichende Spektrum an Störungen und Leiden bieten Zuckerstoffe viel versprechende Behandlungsansätze. Wie das? War alles falsch, was wir seit Jahren über den „bösen“ Zucker hörten - und predigten? Nein, denn was gesagt wurde, bezog sich auf unseren Haushaltszucker, ein industriell hochverarbeitetes , (man könnte sagen: künstliches) Produkt, dessen Verzehr - fast 50 kg davon konsumiert jeder Bundesbürger im Jahr - grosse gesundheitliche Schäden verursacht. Wovon wir sprechen, sind Zuckerstoffe, die mit unserem raffinierten Haushaltszucker (Saccharose) wenig mehr als den Namen gemeinsam haben. Zucker ist nicht gleich Zucker! Der Begriff „Zucker“ umfasst eine ganze Stoffklasse, deren zahlreiche und vielfältige Vertreter in unserem Organismus lebenswichtige und heilende Funktionen übernehmen. Die bedeutende Rolle gerade dieser „essenziellen“ Zucker für unseren Stoffwechsel ist in den letzten Jahren immer besser erkannt worden. Essenzielle Zucker und ihre Funktionen im Organismus Essenzielle Zucker haben im Wesentlichen zwei Methoden, durch die sie ihre Aufgaben in unserem Körper erfüllen. Punkt 1: Essenzielle Zucker verbinden sie sich mit Eiweißen zu Glykoproteinen. Wenn wir von der Bedeutung der Proteine für unseren Stoffwechsel sprechen, dann sind, genau genommen, meistens Glykoproteine gemeint, also Zucker, der mit Eiweiß eine chemische Verbindung eingegangen ist. An ein Protein können mehr als 30 verschiedene Zucker gebunden sein. Der Zuckeranteil am Gewicht eines Glykoproteins kann zwischen einem und über 80 % schwenken. Enzyme, Hormone, Knorpel und Schleim bestehen alle aus Glykoproteinen. Die Verzuckerung (Glykosilierung) der Proteine beeinflusst ihre biologische Aktivität gravierend. So können beispielsweise unverzuckerte Hormone zwar an Zellmembranen andocken, aber keine biologischen Prozesse auslösen. Verzuckerte Proteine sind ausserdem besser in der Lage, sich an Rezeptoren zu binden. Sie ermöglichen auch eine zielgerichtete Bewegung innerhalb der Zelle, z. B. die Hinleitung von Enzymen. Übrigens können nicht nur Proteine, sondern auch Fette (Lipide) verzuckert sein. Diese Glykolipide sind z. B. Bestandteil der Nervenhülle (Myelinscheide). Die Schutzschicht unserer Lungen besteht als solchen Verbindungen, die in der Lage sind, Mikroorganismen abzufangen. Glykolipide und Glykoproteine bilden den sogenannten Oberflächenzucker unserer Zellen, von dem im Folgenden die Rede sein wird. Dies ist nun Punkt 2: Essenzielle Zucker und ihre Verbindungen lagern sich auf der Oberfläche von Zellen ab - sowie auch auf den Zellen von in den Körper eingedrungen Mikroorganismen wie Bazillen oder Viren. Man hat die immense Bedeutung dieser Ablagerungen, die als Oberflächenzucker bezeichnet werden, lange nicht erkannt und hielt sie, wenn man die Zelle unter dem Elektronenmikroskop betrachtete, für „störende Anhängsel“. Heute weiß man, dass diese Oberflächenzucker eine wichtige Rolle im gesamten Stoffwechsel, vor allem aber in der körpereigenen Abwehr spielen. Viele Krankheitserreger können nämlich von unserem Immunsystem nur deshalb erkannt und bekämpft werden, weil sich bestimmte Zucker auf ihrer Oberfläche befinden. In seinem äußerst informativen Büchlein über „Heilende Zucker - Gesund durch Glykonährstoffe“ (VAK Verlags GmbH., Kirchzarten) fasst der Autor, Dr. Josef Pies, diese Funktion und ihre zentrale Bedeutung für unsere Gesundheit zusammen: „Unsere Zellen nutzen die Oberflächenzucker, um Informationen über ihren Zustand auszutauschen und Befehle zu erteilen (Zellkommunikation). Auf diese Weise halten die Oberflächenzucker auch die unkontrollierte Ausbreitung von Krebszellen in Schach und können sie sogar ganz aussschalten. So wird das Anheften an gesunde Zellen blockiert und die Metastasenbildung verhindert. Damit aber nicht genug: Die Oberflächenzucker erkennen auch Fremdkörper, die dann vom Immunsystem bekämpft werden.“ „So patrouillieren z. B. Fresszellen (Makrophagen) durch unsere Gewebe und tasten die auf den Zelloberflächen anhaftenden Zuckermoleküle ab. Auf diese Weise sind die Makrophagen in der Lage, festzustellen, ob die Zellen gesund oder krank sind (z. B. Krebszellen) und koordinieren bei Bedarf weitere Immunreaktionen.“ „Am Ende einer Immunantwort werden die (feindlichen) Fremdkörper, die verbrauchten Immunzellen und sonstige Zelltrümmer von den Makrophagen aufgefressen. Welche Zellen abgestorben sind, erkennen die Makrophagen wiederum an deren Oberflächenzucker.“ Dr. Pies klassifiziert diese Immun-Funktion anschaulich unter dem Leitsatz „Zucker - die Sprache unserer Zellen.“Wie er in diesem Zusammenhang weiter berichtet, können „Zuckermoleküle sogar Gene einschalten“. Aber nicht nur beim Kontakt und der Kommunikation von Zelle zu Zelle spielen Glykoproteine eine herausragende Rolle; sie erfüllen auch bedeutsame Aufgaben im ausserzellulären Raum. Sie sorgen z. B. für den Zusammenhalt der Zellen eines Gewebes, die Koordination der Zellfunktionen und die Signalübertragung. Sie bilden Strukturbausteine wie Knorpel und Kollagen. Essenzielle Zucker und unser Immunsystem Wir müssen immer bedenken, dass unsere körpereigene Abwehr ein äußerst komplexes System ist, dessen einzelne Teile nicht nur vielfältig miteinander verbunden sind, sondern auch auf v erschiedenen Ebenen agieren und reagieren können Wie ein militärisches System - je nach Lage der Dinge -Fusstruppen, Marine oder Flugzeuge (oder auch alles zusammen) einsetzen kann, so verfügt unser Immunsystem über die erstaunliche Fähigkeit, die jeweils zweckmässigste Immunantwort zu geben, vorausgesetzt, dem Organismus stehen die für diese optimale Reaktion geeigneten Substanzen zur Verfügung. Ist das nicht der Fall, greift das System zu den verfügbaren Mitteln, auch wenn diese ein Notbehelf sind. In den letzten Jahren ist die vielschichtige Natur unserer Immunantworten immer besser erkannt worden. So traten neben die antioxidativ wirkenden Vitamine (z. B. Vitamin C oder E), die bis dahin als unübertroffen in der Bekämpfung freier Radikaler galten, plötzlich bioaktive pflanzliche Substanzen wie z.B. das bekannte OPC oder bestimmte Polyphenole, die in ihrer Effizienz als Radikalenfänger die antioxidativen Vitamine noch übertrafen. In der nächsten Phase wurden natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, wie z. B. das aus Brokkoli gewonnene Sulphoraphan, mit großem Erfolg eingesetzt, um die Immunantwort auf der enzymatischen Ebene zu stärken. Hier zeigt sich ein großer Vorteil der enzymatischen Reaktion, denn direkte Radikalenfänger wie Vitamin C oder E verbrauchen sich, indem sie mit Radikalen biochemische Verbindungen eingehen und sie auf diese Weise neutralisieren. Sie reagieren also direkt mit freien Radikalen und nachdem sie reagiert haben, müssen sie erneuert werden. Hingegen reagiert Sulphoraphan nicht direkt mit freien Radikalen. Stattdessen kurbelt diese Substanz die körpereigene enzymatische Entgiftung an. Der Körper selbst bekämpft also die freien Radikale. Das bedeutet, dass Sulphoraphan im ganzen Körper wirksam ist. Es bedeutet weiterhin, dass die Wirkung länger in den Zellen anhält, nämlich zwischen vier und fünf Tagen. Die dritte Ebene repräsentieren die Glykonährstoffe. Sie liefern und gewährleisten die Information. Ich gebrauche gerne dieses Bild: Was nützt die bestens ausgerüstete Feuerwehr, wenn der Notruf versagt? Glykonährstoffe helfen heilen, indem sie die schnelle und zweckmässige Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems erst hervorrufen. Sie sind es, die erkennen, dass das Haus brennt. Sie rufen die Feuerwehr herbei. Den Organismus in seinen natürlichen Abläufen unterstützen Mich hat es immer gewundert, wieso bioaktive Substanzen in der Lage sein sollen, bei so zahlreichen und verschiedenartigen gesundheitlichen Störungen zu helfen. (Wir sind es von den Arzneimitteln gewohnt, dass sie gewöhnlich nur für ein einziges Leiden verschrieben werden.) Aber gerade die Glykoproteine zeigen, dass eine effektive Steuerung und Regulierung der im Organismus ablaufenden Immunvorgänge das Auftreten von pathologischen Erscheinungen verhindern kann. Wir haben fast ein Kilogramm verschiedener Immunzellen in unserem Körper, darüber hinaus Antigene, Botenstoffe, Antikörper, die an den Immunreaktionen beteiligt sind. Wenn dieser Prozess außer Kontrolle gerät, wird die Entstehung von Autoimmunerkrankungen, Krebs oder Allergien begünstigt. Wir tun deshalb gut daran, dieses Risiko bereits in seinem Anfangsstadium, nämlich auf zellulärer Ebene, zu minimieren. Umfassend Schutz bieten hier (alle 8 essenziellen Zucker enthaltende) gemischte Glykoproteine. |